1. Erinnerst Du Dich noch an Deinen ersten Arbeitstag bei Fliegel? Wie bist Du
damals zum Unternehmen gekommen?
Natürlich, an so einen Tag erinnert man sich. Es war ein schöner Julimorgen im Jahr 2001,
als meine Geschichte bei Fliegel begann.
Damals hatte ich viele interessante und inspirierende Gespräche mit dem damaligen
Geschäftsführer Hubert Emming geführt. Er erzählte mir von diesem außergewöhnlichen
Projekt und gab mir die Chance, ein Teil davon zu werden.
Man darf nicht vergessen, dass es damals eine völlig andere Zeit war. Zwischen
Deutschland und Polen verlief noch die EU-Außengrenze – mit Zollabfertigungen und
Personenkontrollen. Heute wirkt das fast wie eine andere Epoche, aber genau unter diesen
Bedingungen habe ich damals angefangen.
2. Mit welcher Aufgabe hast Du bei Fliegel angefangen?
Ich habe bei Fliegel als Controller angefangen und mich zunächst intensiv mit den
Finanzen des Unternehmens beschäftigt. Gleichzeitig war es mir aber sehr wichtig, die
betrieblichen Abläufe und insbesondere die Produktionsprozesse wirklich zu verstehen:
Was machen wir, wie machen wir es und wo gibt es Optimierungspotenzial.
Meine ersten Monate waren sehr intensiv. Damals dachte ich noch, das sei wahrscheinlich
nur die Einarbeitungsphase – heute weiß ich, dass ich mich geirrt habe . Zum Glück
habe ich viele hilfsbereite Kolleginnen und Kollegen getroffen. Das war besonders wichtig, denn jeder Unternehmensbereich hat seine eigenen „Geheimnisse“, und erst wenn man sie kennt, versteht man das Unternehmen wirklich.
Das Ergebnis dieser ersten Monate war schließlich mein erster eigener Budgetentwurf für das Jahr 2002.
3. Wie hat sich Fliegel und Dein beruflicher Weg seitdem weiter entwickelt?
In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich das Unternehmen sehr dynamisch. Mit der
Gewinnung neuer Kunden haben wir gleichzeitig sehr intensiv in eine moderne technische
Ausstattung unserer Wäschereien investiert. Das Unternehmen wurde damals von Herrn
Franz Josef Wiesemann geführt, und diese Zeit war ganz eindeutig von einer starken
Expansion der Fliegel-Gruppe geprägt.
Im Jahr 2007 übernahmen wir die Wäscherei in Leipzig und bereits fünf Jahre später die
Wäscherei Nortex in Grimmen, die sich zu diesem Zeitpunkt in einem Insolvenzverfahren
befand. Die Möglichkeit, an diesen Übernahmeprozessen aktiv mitzuwirken und sie aus
nächster Nähe zu begleiten, war für mich persönlich eine sehr interessante und zugleich
wertvolle Erfahrung.
Mit der Expansion der Gruppe mussten wir natürlich auch unsere Organisationsstrukturen kontinuierlich an die neuen Gegebenheiten und Anforderungen anpassen. Auch meine eigene Rolle innerhalb der Fliegel-Gruppe entwickelte sich entsprechend
weiter. Im Jahr 2010 war ich bereits als Geschäftsführer für die Finanzen der gesamten
Fliegel-Gruppe verantwortlich.
Das war für mich zunächst eine große Herausforderung, weil ich mich von bestimmten
Denk- und Arbeitsmustern lösen musste, die mich bis dahin begleitet hatten. Zuvor lag
mein Schwerpunkt vor allem auf der Zusammenarbeit zwischen Fliegel Berlin und Fliegel
Polen. Mit der neuen Verantwortung musste ich meinen Blick auf die gesamte
Unternehmensgruppe richten und auch die Anforderungen und Interessen der Gruppe
stärker berücksichtigen.
Gleichzeitig ging es darum, die beiden neuen Standorte Fliegel Leipzig und Fliegel Nord in ihrer weiteren Entwicklung zu begleiten und innerhalb der Gruppe die richtige Balance zu finden. Für mich bedeutete das, mich sehr schnell auf eine deutlich komplexere
Unternehmensstruktur einzustellen und die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen
Standorte zu verstehen und miteinander in Einklang zu bringen.
4. Wenn Du Fliegel von damals mit der Unternehmensgruppe von heute vergleichst:
Was hat sich am stärksten verändert?
Vieles hat sich in diesen 25 Jahren verändert – eines aber ganz sicher nicht: unsere
konsequente Kundenorientierung. Der Anspruch, die Bedürfnisse unserer Kunden zu
verstehen und ihnen eine zuverlässige Dienstleistung auf hohem Niveau zu bieten, war
damals genauso wichtig wie heute. Verändert haben sich dagegen die Strukturen, die
Technologien und vor allem unsere Denkweise als Unternehmensgruppe.
Heute denken wir nicht mehr in einzelnen Gesellschaften oder Standorten, sondern viel
stärker als gesamte Unternehmensgruppe. Bei unseren Entscheidungen versuchen wir
deshalb immer, den Mehrwert für die gesamte Organisation im Blick zu behalten und nicht nur den Vorteil einer einzelnen Gesellschaft.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Informationsfluss innerhalb der Gruppe. Wir legen heute großen Wert darauf, dass Informationen ausgetauscht werden und unsere internen
Kommunikationswege funktionieren. Wenn ich die Art und die Intensität unserer heutigen
Kommunikation mit der Situation vor zehn Jahren vergleiche, sehe ich hier einen enormen
Fortschritt – natürlich auch dank der Möglichkeiten, die uns moderne digitale
Kommunikationsmittel heute bieten.
Gleichzeitig haben wir in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei der
Automatisierung, Robotisierung und Digitalisierung sowie bei der ergonomischen
Gestaltung unserer Wäschereiprozesse gemacht.
Sehr stark verändert und weiterentwickelt hat sich auch unser Umweltbewusstsein. Der verantwortungsvolle Umgang mit Energie, Wasser und anderen Ressourcen ist heute
ein wesentlicher Bestandteil unserer Entscheidungen und Investitionen. Gerade in unserer Branche haben wir in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt und viel dafür getan, unsere Prozesse nicht nur effizienter, sondern auch ressourcenschonender und
nachhaltiger zu gestalten.
All diese Entwicklungen tragen dazu bei, unsere Prozesse effizienter zu gestalten und
gleichzeitig die Qualität unserer Dienstleistungen weiter zu verbessern. Bei allen
Veränderungen und technologischen Fortschritten bleibt das Ziel aber dasselbe wie vor 25 Jahren: unseren Kunden jeden Tag eine zuverlässige und qualitativ hochwertige Dienstleistung zu bieten.
5. Welche Eigenschaften oder Menschen haben Dich in diesen 25 Jahren besonders
geprägt?
Ich hatte in all diesen Jahren das große Glück – und habe es bis heute –, immer wieder
Menschen zu begegnen, die mir durch ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Sichtweisen
neue Perspektiven eröffnet haben. Ich habe immer versucht, offen für andere Meinungen
und Denkweisen zu bleiben. Viele Gespräche, Begegnungen und Diskussionen waren für
mich Anlass zur Reflexion: Was kann ich aus den Erfahrungen anderer mitnehmen, welche
Gedanken lassen sich auf unsere eigene Situation übertragen und was davon kann ich
sinnvoll für die Weiterentwicklung unserer Organisation nutzen.
Ein besonderes Privileg war für mich persönlich über all die Jahre die Zusammenarbeit mit dem charismatischen Gesellschafter der Fliegel-Gruppe, Herrn Wilfred-Udo Andree. Mich haben vor allem seine enorme Erfahrung und seine jahrzehntelange Praxis im Umgang mit und in der Beratung von Unternehmern beeindruckt. Besonders beeindruckt hat mich sein außergewöhnlicher Weitblick – seine Fähigkeit, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und immer zwei Schritte vorauszudenken. Diese Kombination aus Erfahrung, Intuition und Weitblick war beeindruckend und für die frühzeitige Erkennung von Risiken, aber auch von Chancen im Markt von großer Bedeutung.
6. Welche berufliche Herausforderung ist Dir besonders in Erinnerung geblieben –
und was hast Du bzw. Firma Fliegel als Organisation daraus mitgenommen?
Wenn ich auf die vergangenen Jahrzehnte zurückblicke, haben wir viele Erfolge feiern
dürfen, aber natürlich auch zahlreiche schwierige Phasen erlebt. Gerade diese schwierigen Momente haben uns geprägt, widerstandsfähiger gemacht und letztlich auch unseren
Charakter als Unternehmen geformt.
Schon in der Anfangsphase musste Fliegel Herausforderungen bewältigen, die heute kaum
noch vorstellbar sind. Dazu gehörten beispielsweise die oft stundenlangen Wartezeiten an der deutsch-polnischen Grenze. Für unser Geschäftsmodell war das eine enorme Herausforderung, denn unser Anspruch
war bereits damals ein 24-Stunden-Rhythmus – von der Abholung der Schmutzwäsche bis
zur Auslieferung der sauberen Hoteltextilien.
Wir waren deshalb von Anfang an gezwungen, nach unkonventionellen Lösungen zu
suchen und manchmal ganz neue Wege zu gehen. Ein gutes Beispiel dafür war der Einsatz
eines Binnenschiffes auf der Oder, mit dem wir Wäschecontainer auf dem Wasserweg
transportierten, um die überlasteten Grenzübergänge auf dem Landweg zu umgehen. Ich
glaube, nicht jede Wäscherei kann von sich behaupten, einmal Wäschecontainer per Schiff
transportiert zu haben.
Eine Herausforderung von einer völlig anderen Dimension war viele Jahre später die
Corona-Pandemie. Unsere Branche war von den Einschränkungen in der Hotellerie
unmittelbar und massiv betroffen. Innerhalb kürzester Zeit mussten wir auf eine Situation reagieren, die in dieser Form niemand vorhersehen konnte. Auch diese Zeit hat uns
gezeigt, wie wichtig es ist, als Organisation flexibel zu bleiben, schnell Entscheidungen zu treffen und auch unter außergewöhnlichen Bedingungen handlungsfähig zu sein.
Schwierige Situationen anzunehmen, nicht aufzugeben und nach Lösungen außerhalb der
üblichen Standards zu suchen – das ist über die Jahre zu einem festen Bestandteil unserer
Unternehmenskultur und der DNA von Fliegel geworden. Unsere Geschichte gibt uns dabei
bis heute eine enorme Kraft und das Vertrauen, dass wir auch schwierige Situationen
gemeinsam bewältigen können.
7. Was ist in Eurem Geschäft wichtig, was Dir als Geschäftsführer besonders von
Bedeutung und allgemeinen Zufriedenheit ist ?
Für mich persönlich ist die Zufriedenheit unserer Kunden mit unserer Dienstleistung und
unseren Produkten von ganz besonderer Bedeutung. Genauso wichtig sind für mich aber
eine motivierte Belegschaft und die Entwicklung der vielen talentierten und ambitionierten Menschen, die bei uns gearbeitet haben oder bis heute Teil unseres Unternehmens sind.
Ich freue mich immer besonders, wenn unsere Kunden echtes Interesse an unserer Arbeit
zeigen und mehr darüber erfahren möchten, was wir tun und vor allem, wie wir es tun.
Besuche in unseren Wäschereien geben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer
Hotelkunden die Möglichkeit, unsere Prozesse besser zu verstehen und einen Einblick
darin zu bekommen, was hinter unserer täglichen Dienstleistung eigentlich steckt.
Gleichzeitig empfinde ich dieses Interesse auch als eine besondere Wertschätzung und als Zeichen des Respekts gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dem, was sie täglich leisten. Gerade die Reaktionen, Gespräche und Eindrücke unserer Kunden nach einer Betriebsbesichtigung sind für uns eine schöne Bestätigung.
Gleichzeitig nehmen wir auch kritische Anmerkungen mit der notwendigen Offenheit und
Demut an. Sie geben uns die Möglichkeit, unsere Arbeit immer wieder zu hinterfragen, an
uns zu arbeiten und uns kontinuierlich weiterzuentwickeln. Und dieser Austausch funktioniert natürlich in beide Richtungen.
Auch wir besuchen unsere Kunden, schauen uns ihre Abläufe an und lernen aus ihrem Wissen und ihren Erfahrungen.
Unser Ziel ist es, ihre täglichen Herausforderungen besser zu verstehen und unsere
Dienstleistung so weiterzuentwickeln, dass wir ihnen die tägliche Arbeit möglichst
erleichtern.
8. Wenn Du heute auf die kommenden Jahre blickst: Wo siehst Du die größten
Chancen und Herausforderungen für Fliegel?
Künstliche Intelligenz mit all den Möglichkeiten, die sie uns eröffnet, finde ich faszinierend. Sie bietet uns enorme Chancen, stellt uns gleichzeitig aber auch vor neue
Herausforderungen. Entscheidend wird sein, wie wir diese Möglichkeiten für uns nutzen.
Ich bin davon überzeugt, dass KI die kommenden Jahre maßgeblich prägen wird – auch in
unserer Wäschereibranche. Schon heute sehen wir, wie Hersteller von Maschinen und
Wäschereitechnik künstliche Intelligenz einsetzen, um die Effizienz zu steigern,
Produktionsabläufe zu optimieren und den Materialfluss auf den einzelnen
Produktionslinien besser zu steuern. Vor 25 Jahren hätte ich wahrscheinlich nicht erwartet, dass ich in einem Interview über Wäschereien einmal so ausführlich über künstliche
Intelligenz sprechen würde.
Ein weiteres wichtiges Zukunftsthema für uns ist die konsequente Digitalisierung unserer eigenen Prozesse. Ein wesentlicher Bestandteil davon ist unser Projekt zur Identifikation und Nachverfolgung von Textilien mithilfe der RFID-Technologie. Hier haben wir bereits große Fortschritte gemacht. Unser Ziel ist klar: Wir wollen damit insbesondere die
Transparenz und die Sicherheit des gesamten Warenflusses weiter erhöhen.
Gleichzeitig verfügen wir heute über ein sehr breit aufgestelltes Leistungsangebot für
unsere Kunden. Unser Portfolio reicht vom PREMIUM- über den ECONOMY- bis hin zum
BUDGET-Segment und ist jeweils mit den entsprechenden Textilkonzepten verbunden.
Damit können wir sehr unterschiedliche Anforderungen unserer Kunden und verschiedene
Marktsegmente gezielt bedienen.
Auch in Zukunft wird es für uns entscheidend sein, den Markt aufmerksam zu beobachten,
unseren Kunden zuzuhören und auf ihre sich verändernden Bedürfnisse zu reagieren. Wir
wollen unsere Leistungen und Prozesse kontinuierlich an diese Erwartungen anpassen und
gleichzeitig offen für neue Entwicklungen und Möglichkeiten bleiben.
Seit 2008 ist Fliegel Teil des starken Servitex-Verbundes. Diese Partnerschaft erweitert
unsere Möglichkeiten erheblich, denn gemeinsam können wir Kunden nicht nur regional,
sondern bundesweit erreichen und betreuen.
Als heute größter Gesellschafter des Servitex-Verbundes sehen wir darin auch für die
weitere Entwicklung von Fliegel ein großes Potenzial.
9. Gibt es eine Entscheidung, ein Projekt oder eine Entwicklung bei Fliegel, auf die
Du heute besonders stolz bist?
Ich glaube, es wäre nach 25 Jahren schwierig, eine einzelne Entscheidung oder ein
einzelnes Projekt herauszugreifen. Besonders stolz bin ich vielmehr auf die gesamte
Entwicklung, die Fliegel in dieser Zeit genommen hat.
Aus einer damals noch vergleichsweise überschaubaren Unternehmensstruktur ist über die Jahre eine moderne Unternehmensgruppe mit mehreren Standorten entstanden. Wir haben neue Unternehmen übernommen und erfolgreich integriert, kontinuierlich in moderne Technologien und Produktionsanlagen investiert, unsere Organisationsstrukturen
weiterentwickelt und unser Leistungsangebot immer wieder an die Veränderungen des
Marktes angepasst.
Dabei ging es aber nie nur um Wachstum. Mindestens genauso wichtig war die
Entwicklung unserer Organisation. Heute denken wir standortübergreifend, nutzen die
unterschiedlichen Kompetenzen innerhalb der Gruppe und versuchen, gemeinsam
Lösungen zu entwickeln, von denen die gesamte Organisation und letztlich unsere Kunden
profitieren.
Wenn ich heute zurückblicke und vergleiche, wo Fliegel im Jahr 2001 stand und wo wir
heute stehen, dann ist diese gesamte Entwicklung etwas, auf das wir als Team wirklich
stolz sein können.
10. Wenn man die ganze Erfolgsstory von Fliegel kennt, stellt sich trotzdem die
Frage, was war über die Jahre erfolgsentscheidend aus Deiner Sicht?
Heute kann ich mit voller Überzeugung sagen: Zum Erfolg gibt es keinen Aufzug – man
muss die Treppe nehmen. Erfolg ist kein Zufall, und es gibt auch keine Abkürzung dorthin.
Dahinter stehen konsequente Arbeit, Ausdauer und der tägliche Einsatz vieler Menschen.
Und ich glaube fest daran, dass sich diese Arbeit am Ende auszahlt.
Unsere grundlegende Einstellung hat sich über all die Jahre eigentlich nie verändert. Da
sind nach wie vor diese Leidenschaft und der Wille, uns ständig weiterzuentwickeln. Wir
hören unseren Kunden zu, versuchen ihre Bedürfnisse zu verstehen und ihre Erwartungen
bestmöglich zu erfüllen. Gleichzeitig investieren wir in die Kompetenz und Entwicklung
unserer Mitarbeiter, achten auf hohe Arbeitsstandards und haben vor allem einen klaren
Anspruch: unseren Kunden jeden Tag eine professionelle Dienstleistung auf höchstem
Niveau zu bieten.
Was wir in den vergangenen Jahren erreicht haben, ist die Leistung des gesamten Teams
– von der Produktion bis hin zu unserem Service beim Kunden.
Für ein „One-Man-Show“ ist bei uns kein Platz. Nachhaltiger Erfolg ist nur gemeinsam
möglich, und ich empfinde es als großes Privileg, mit so vielen großartigen Menschen
zusammenarbeiten zu dürfen. Wir sind stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht und aufgebaut haben.
Über die Jahre ist ein Team entstanden, das nicht nur in guten Zeiten zusammensteht, sondern gerade auch dann, wenn es schwierig wird. Wir unterstützen uns gegenseitig, spornen uns an, motivieren uns und ergänzen uns mit unseren unterschiedlichen Fähigkeiten. Ich glaube, genau dieser Zusammenhalt war und ist ein ganz wesentlicher Teil der Erfolgsgeschichte von Fliegel.
11. Wie haben sich aus Deiner Sicht die Anforderungen unserer Kunden und der
Markt in den vergangenen 25 Jahren verändert?
Der Markt hat sich in den vergangenen 25 Jahren enorm professionalisiert und damit haben sich natürlich auch die Erwartungen unserer Kunden verändert. Heute geht es längst nicht mehr nur darum, saubere Wäsche in der richtigen Qualität und zum vereinbarten Zeitpunkt zu liefern. Das ist selbstverständlich und bildet lediglich die Grundlage unserer Dienstleistung.
Unsere Kunden erwarten heute vielmehr einen professionellen Partner, der ihre Abläufe
versteht, zuverlässig und flexibel auf Veränderungen reagieren kann, aber auch proaktiv
handelt. Es geht nicht mehr nur darum, auf Anforderungen oder Probleme zu reagieren.
Unsere Kunden erwarten von uns zunehmend, dass wir Entwicklungen frühzeitig erkennen,
mögliche Herausforderungen voraussehen und von uns aus entsprechende Lösungen
vorschlagen. Gerade in der Hotellerie können sich Anforderungen sehr kurzfristig
verändern – durch eine schwankende Auslastung, Veranstaltungen, saisonale Einflüsse
oder besondere Wünsche der Gäste. Darauf müssen wir nicht nur flexibel reagieren,
sondern im besten Fall bereits vorbereitet sein.
Gleichzeitig sind die Anforderungen an Qualität, Transparenz und Prozesssicherheit
deutlich gestiegen. Auch Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und der
verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen spielen heute eine wesentlich größere Rolle
als noch vor 25 Jahren.
Für uns bedeutet das, dass wir uns nicht darauf beschränken dürfen, Wäsche zu
bearbeiten und zu liefern. Wir müssen die Prozesse unserer Kunden verstehen und unsere
eigene Dienstleistung aus ihrer Perspektive betrachten. Je besser wir wissen, was im
täglichen Hotelbetrieb passiert und wo die Herausforderungen liegen, desto besser können wir Entwicklungen antizipieren, proaktiv handeln und Lösungen entwickeln, die unseren Kunden die tägliche Arbeit erleichtern.
Ich glaube, genau darin liegt eine der wichtigsten Veränderungen unseres Geschäfts:
Aus einem klassischen Dienstleister ist zunehmend ein Partner geworden, der einen Teil
der Wertschöpfungskette des Kunden übernimmt und mit ihm gemeinsam Verantwortung
für funktionierende Prozesse trägt.