Zwischen Gastfreundschaft und Kinderschutz: Meine Vision für die Hospitality

Christian Kocura, Gründer und Geschäftsführer der Callegen GmbH & Kurator der Stiftung «It’s for Kids»
Christian Kocura, Gründer und Geschäftsführer der Callegen GmbH & Kurator der Stiftung «It’s for Kids»
In der Hospitality erlebe ich jeden Tag, wie viel echte Gastfreundschaft bewirken kann. Menschen kommen an, finden Ruhe, fühlen sich willkommen. Diese Momente prägen nicht nur die Gäste, sondern auch mich. Genau in diesem Umfeld bewege ich mich beruflich – und finde dort gleichzeitig die Grundlage für mein ehrenamtliches Engagement.

Als Gründer und Geschäftsführer der Callegen GmbH unterstütze ich Hotels dabei, jederzeit zuverlässig erreichbar zu bleiben. Wir übernehmen eingehende Anrufe, informieren Gäste, nehmen Reservierungen entgegen und entlasten die Teams in Situationen, in denen jede helfende Hand zählt. Durch diese Nähe zur Branche habe ich immer deutlicher gespürt, welches Potenzial in unserer Gemeinschaft steckt. Nicht nur im täglichen Betrieb, sondern auch dann, wenn es darum geht, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Parallel engagiere ich mich als Kurator der Stiftung «It’s for Kids», einer großen Kreativspendenstiftung in Deutschland. Wir entwickeln seit vielen Jahren besondere und wirkungsvolle Wege, um benachteiligte und schwerstkranke Kinder zu unterstützen. Ein Teil der Erlöse fließt in das Mutwald-Projekt, bei dem Kinder in ihrer Genesungsphase Mutbäume pflanzen. Andere Mittel gehen in lokale Initiativen, die sonst kaum Beachtung finden, aber dringend Hilfe benötigen.

Aus der Verbindung meines Berufslebens und meines Ehrenamts ist eine klare Vision entstanden: Ich möchte gemeinsam mit der Hospitality in den kommenden Jahren einen messbaren Beitrag zum Kinderschutz leisten. Und ich weiß inzwischen, dass es dafür keine großen Kampagnen braucht, sondern einfache Ideen, die sich harmonisch in den Hotelalltag einfügen.

Ein Beispiel zeigt besonders gut, wie wirkungsvoll das sein kann. Patrick Rausch, General Manager des b’mine in Düsseldorf, hat seit Jahren ein Dessert auf der Speisekarte, das automatisch einen kleinen Spendenanteil an unsere Stiftung auslöst. Das Besondere: Die Initiative wird bei den Gästen sehr positiv aufgenommen und viele bestellen dieses Dessert bewusst zusätzlich, weil sie die Idee dahinter schätzen. Dazu kommt ein zweiter Spendenweg: Wenn Gäste freiwillig auf die Zimmerreinigung verzichten, löst auch das eine Spende aus. Beide Maßnahmen sind unkompliziert, passen wunderbar in den Alltag und zeigen, dass Engagement nicht kompliziert sein muss.

Solche Lösungen können in vielen Häusern funktionieren. Ein eindeutig gekennzeichnetes Gericht oder Dessert mit einem transparenten Spendenanteil – flexibel, ohne Mehraufwand für Küche oder Service und gleichzeitig mit echter Wirkung für Kinder, die Unterstützung brauchen.

In vielen Gesprächen mit der Branche formuliere ich das oft so:

„Ich erlebe immer wieder, dass unsere Branche bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Viele möchten etwas beitragen – sie brauchen nur einen einfachen Einstieg. Wenn daraus ein Gericht, ein Hinweis oder eine kleine Geste entsteht, kann genau das der Anfang einer Bewegung sein, die Kindern eine Stimme gibt.“

Mir ist wichtig, dass Engagement nicht groß, laut oder perfekt sein muss. Es darf klein anfangen. Es darf zu jedem Haus passen. Es darf sich natürlich stimmig anfühlen – wie die Gastfreundschaft selbst.

Vielleicht entsteht genau daraus die Bewegung, an die ich glaube. Eine Hospitality, die ihre Nähe zu Menschen nutzt, um Kindern Hoffnung zu schenken, die sie selbst nicht einfordern können. Und oft beginnt das mit einem einzigen Moment bzw. einem Dessert, einem kleinen Hinweis auf der Karte oder dem Gedanken: Warum eigentlich nicht?

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